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25.09.2026 · 6 Min. Lesezeit

KI-Studie Graz: 68 % der Wahlärzte werden von ChatGPT & Co. nicht empfohlen

276 Wahlarzt-Ordinationen in Graz getestet: 68 % werden von ChatGPT, Perplexity und Gemini nie empfohlen. Alle Zahlen nach Fachrichtung, Ursachen und Methodik.

Studie zur KI-Sichtbarkeit von Wahlärzten in Graz bei ChatGPT, Perplexity und Gemini

Zwei von drei Wahlarzt-Ordinationen in Graz und Graz-Umgebung werden von ChatGPT, Perplexity und Gemini nie genannt, wenn Patienten nach einer Empfehlung fragen. Das zeigt unsere Erhebung vom September 2026: Von 276 aktiven Wahlarzt-Ordinationen tauchen nur 89 in mindestens einer KI-Antwort auf.

Immer mehr Patientinnen und Patienten suchen ihren Arzt nicht mehr nur über Google, sondern fragen direkt einen KI-Assistenten: „Welchen Hautarzt in Graz kannst du mir empfehlen?“ Die KI antwortet dann nicht mit zehn Links, sondern mit einer kurzen Liste konkreter Namen. Wer auf dieser Liste nicht steht, existiert für diesen Patienten nicht.

Wir wollten wissen, welche Grazer Wahlärztinnen und Wahlärzte von der KI empfohlen werden und warum. Die Erhebung knüpft an unsere Studie zur KI-Sichtbarkeit Grazer Top-Betriebe an, diesmal mit Fokus auf eine einzige Berufsgruppe.

Das Wichtigste in Kürze

  • 68 % der aktiven Wahlarzt-Ordinationen in Graz und Graz-Umgebung werden von keiner KI genannt.
  • Nur 18 Ordinationen (7 % aller aktiven Wahlärzte) werden von ChatGPT, Perplexity und Gemini gleichzeitig empfohlen.
  • 20 Ordinationen, also 7 % des Marktes, bekommen fast die Hälfte (47 %) aller Nennungen.
  • Fragt man dieselbe Frage zweimal, sind nur 55 % der genannten Ärzte gleich. Fast jede zweite Empfehlung wechselt von Durchlauf zu Durchlauf.
  • Sichtbare Ordinationen haben im Median 23 Google-Bewertungen, unsichtbare nur 4.
  • Eine eigene Website haben sichtbare und unsichtbare Ordinationen fast gleich oft (80 % vs. 78 %).

Sichtbarkeit nach Fachrichtung

FachrichtungAktive Wahlarzt-OrdinationenVon KI genanntAnteil
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie10990 %
Augenheilkunde271348 %
Dermatologie341647 %
Gynäkologie521937 %
Orthopädie722028 %
Innere Medizin811215 %

Die KI nennt pro Antwort meist fünf bis zehn Ärztinnen und Ärzte. In kleinen Fächern reicht das, um fast alle abzudecken. In großen Fächern wie der Inneren Medizin oder der Orthopädie bleibt die große Mehrheit unsichtbar. Wer in einem großen Fach nicht aktiv an seiner Sichtbarkeit arbeitet, wird von der KI praktisch nie empfohlen.

Drei KIs, drei verschiedene Listen

KI-AssistentGenannte OrdinationenAnteil an allen aktivenGleiche Antwort bei Wiederholung
ChatGPT (GPT-5.5, mit Websuche)5319 %44 %
Perplexity (Sonar)5118 %66 %
Gemini (3.5 Flash, mit Websuche)4817 %56 %

Jede KI greift auf andere Quellen zurück, und die Antworten schwanken von Anfrage zu Anfrage. 44 der 89 sichtbaren Ordinationen werden nur von einer einzigen KI genannt. Ob sie empfohlen werden, hängt also davon ab, welche App der Patient gerade öffnet.

Eine KI-Empfehlung ist keine feste Position wie ein Google-Ranking. Die Antworten schwanken, und jede KI greift auf andere Quellen zurück. Dauerhaft sichtbar bleibt, wer in möglichst vielen dieser Quellen einheitlich und gut bewertet vorkommt.

Was sichtbare Ordinationen anders machen

Der größte Unterschied liegt nicht auf der eigenen Website, sondern außerhalb davon:

MerkmalVon KI genanntNie genannt
Google-Bewertungen (Median)234
Google-Unternehmensprofil vorhanden88 %68 %
Eigene Ordinations-Website80 %78 %

Die eigene Website haben sichtbare und unsichtbare Ordinationen fast gleich häufig. Den Unterschied machen die Signale außerhalb der Website: ein gepflegtes Google-Profil, echte Patientenbewertungen und Einträge in den Portalen, aus denen die KI ihre Antworten zusammenstellt.

Die meistzitierten Quellen der KI

QuelleAntwortenAnteil
docfinder.at4867 %
uniklinikumgraz.at3751 %
herold.at3650 %
doctify.com2231 %
kreuzschwestern-graz.at1622 %
reddit.com1014 %

Basis sind 72 Antworten von ChatGPT und Perplexity mit ausgewiesenen Quellen. Gemini weist seine Quellen nur verschlüsselt aus und ist hier nicht enthalten. Arztportale und Verzeichnisse sind die wichtigste Grundlage, auf der die KI ihre Empfehlungen aufbaut. Auffällig: Selbst Reddit taucht in jeder siebten Antwort als Quelle auf.

Was Wahlärzte jetzt tun können

  1. Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen: richtige Kategorie, Fachgebiet, Ordinationszeiten, Leistungen und Fotos. Das Profil ist die Basis für Gemini und für die Kartenergebnisse, die andere KIs auswerten.
  2. Bewertungen aktiv aufbauen: zufriedene Patienten nach dem Termin um eine Bewertung auf Google und Docfinder bitten. Der Unterschied zwischen sichtbaren und unsichtbaren Ordinationen ist hier am größten.
  3. Überall dieselben Daten: Name, Adresse und Telefonnummer müssen im Ärztekammer-Verzeichnis, auf Docfinder, Herold und Google exakt übereinstimmen. Bei zahlreichen Ordinationen in unserer Erhebung wich die Adresse auf Google von der Kammer-Adresse ab.
  4. Schwerpunkte konkret benennen: Patienten fragen nach Anliegen („Muttermal-Screening“, „Knieschmerzen beim Laufen“, „Grauer Star“). Wer diese Schwerpunkte auf Website und Profilen beschreibt, wird bei genau diesen Fragen gefunden.
  5. Regelmäßig prüfen: Die Antworten ändern sich laufend. Eine einmalige Kontrolle reicht nicht.

So haben wir gemessen

Grundlage ist die Ordinationssuche der Ärztekammer Steiermark (Filter „Wahlarzt (keine Kassen)“, Bezirke Graz und Graz-Umgebung) in sechs Fachrichtungen: Dermatologie, Orthopädie, Gynäkologie, Augenheilkunde, Innere Medizin (inklusive Kardiologie, Endokrinologie, Angiologie und Pneumologie) sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Das ergab 331 Ärztinnen und Ärzte.

Ein Kammer-Eintrag allein beweist noch keine aktive Ordination. Gezählt wurde eine Ordination nur mit einem Google-Eintrag unter dem Namen der Ärztin bzw. des Arztes, der nicht als geschlossen markiert ist, oder mit einer eigenen Ordinations-Website. 55 Einträge ohne solches Signal wurden ausgeschlossen. Basis der Studie sind damit 276 aktive Wahlarzt-Ordinationen.

Pro Fach haben wir drei typische Patientenfragen gestellt, zum Beispiel: „Ich habe Knieschmerzen beim Laufen. Welcher Orthopäde oder Sportorthopäde in Graz oder Graz-Umgebung ist gut?“ Gefragt wurden ChatGPT (GPT-5.5 mit Websuche, Standort Österreich), Perplexity (Sonar) und Gemini (3.5 Flash mit Websuche), jede Frage zweimal. Insgesamt 108 Antworten, erhoben am 25. September 2026 über die jeweiligen Schnittstellen.

Als „genannt“ gilt eine Ordination, wenn Vor- und Nachname in der Antwort vorkommen. Nennungen außerhalb des eigenen Fachs zählen für die Gesamtquote, nicht für die Fachquote. Zusätzlich nannten die KIs rund 100 Ärztinnen und Ärzte, die nicht zur Stichprobe gehören, etwa Kassenärzte, Spitalsärzte oder Zahnärzte.

Grenzen: KI-Antworten schwanken, die Studie ist eine Momentaufnahme. Antworten über die Schnittstellen können leicht von der App-Oberfläche abweichen. Die Namenserkennung ist bewusst streng, einzelne Nennungen nur mit Nachnamen werden nicht gezählt. Der tatsächliche Anteil unsichtbarer Ordinationen kann daher etwas niedriger liegen. Alle Details stehen in der vollständigen Studie als PDF.

Häufige Fragen

Warum ist KI-Sichtbarkeit für Wahlärzte wichtig?

Wahlärzte sind stärker auf Neupatienten angewiesen, die aktiv nach einer privaten Behandlung suchen. Genau diese Patienten fragen zunehmend KI-Assistenten nach einer Empfehlung.

Reicht eine gute Website, um von der KI empfohlen zu werden?

Nein. In unserer Erhebung hatten sichtbare und unsichtbare Ordinationen fast gleich oft eine eigene Website. Den Unterschied machen Bewertungen, das Google-Profil und Einträge in Arztportalen.

Welche Quellen nutzt die KI für Arztempfehlungen?

Am häufigsten Docfinder (in 67 % der Antworten von ChatGPT und Perplexity), Seiten des Uniklinikums Graz (51 %), Herold (50 %) und Doctify (31 %), dazu die Websites der Ordinationen selbst.

Wie zuverlässig sind KI-Empfehlungen für Ärzte?

Nur bedingt. Stellt man dieselbe Frage zweimal, sind im Schnitt nur 55 % der genannten Ärztinnen und Ärzte gleich. 44 der 89 sichtbaren Ordinationen werden nur von einer einzigen KI genannt. Stabil empfohlen werden nur 18 Ordinationen, die bei allen drei Assistenten auftauchen.

Kann ich prüfen, ob meine Ordination empfohlen wird?

Ja. Wir prüfen die typischen Patientenfragen zu Ihrem Fach und zeigen Ihnen, wo Ihre Ordination steht und welche Schritte den größten Effekt haben. Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie bei unseren Leistungen zu SEO und GEO.

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